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Der letzte Nagelschmied erzählt aus seinem Beruf


In Bierfeld und Sitzerath war das Nagelschmiedegewerbe stark vertreten. Wir lassen hier den Sitzerather "Pönnenschmied" namens Nikolaus Paulus-Elgas, geb. 1894, erzählen, der als 14-jähriger mit dem Erlernen des Schmiedehandwerkes begann, mit 17 Jahren zur Grube ging, mit 36 Jahren auf der Grube "abgebaut" und von 1931 ab wieder in seiner Heimwerkstätte Nägel hämmerte, bis er 1935 eine verdienstreichere Beschäftigung fand. Hören wir also:

 

In den Jahren um die letzte Jahrhundertwende herrschte im Dorf, zumal zur Winderzeit, reges Leben in dem Nagelschmiedegewerbe. Groß und klein, alt und jung, beteiligten sich an der Herstellung von Nägeln. Selbst mehrere Mädchen schmiedeten Nägel, uns ließen sie in ihrer Arbeit und Geschicklichkeit nichts zu wünschen übrig; drei dieser Meisterinnen leben noch. Fast in jedem Haus wurde genagelt. Oft standen mehrere Schmiede, bis zu fünf Mann, um eine Esse und arbeiteten, jeder auf seinem eigenen Ambos.

Seinen Höhepunkt erreichte der Eifer in der Herstellung von Nägeln, wenn gewisse Feiertage, wie Kirmes und Fastnacht, in Sicht waren, denn zum Feiern brauchte man Geld. Da begann die Arbeit schon morgens um 4 Uhr, und größere Kinder halfen bei dieser Arbeit schon am frühen Morgen 2-3 Stunden vor ihrem Gang zur Schule. Abends um 8 Uhr wurde Feierabend gemacht, dann saß man noch gemütlich plaudern, scherzend, spielend und singend zusammen.

 

 

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